In genau einer Woche ist es soweit: Mit dem Gran Fondo Colnago startet die Equipe SunClass in die Wettkampf-Saison 2012. Nachdem im letzten Jahr mit dem German Cycling Cup bereits eine Vielzahl von Rennen gemeistert wurden, steht das aktuelle Rennrad-Jahr unter dem Motto “With Full Force – SunClass Cycling bei den härtesten Rennen Europas!”

Unsere Fahrer für die Cote d´Azur

Drei Fahrer haben die begehrten Startplätze für dieses Rennen bekommen. Unter ihnen ist Heiko Kromm, Stammpilot der Equipe und mittlerweile in seiner dritten Saison für uns unterwegs.

“Das erste Rennen einer Saison ist immer etwas ganz besonderes – und dabei spielt es keine Rolle, ob man in Bochum oder in Saint Tropez an den Start geht: Der lange Winter mit den ermüdenden und langweiligen Trainingseinheiten ist vorbei und endlich kann man wieder reintreten. Ich freue mich jedes mal wie ein kleines Kind, dass es wieder losgeht!”

Mit Heiko zusammen werden noch Lars Reisberg und Florian Ernst das Team komplettieren: Zu den beiden aber später mehr.

Und wenn das erste Rennen der Saison dann gleich in einem der schönsten Badeorte der französischen Cote d´Azur stattfindet, freut man sich umso mehr. Doch was erwartet die Jungs eigentlich? Wir haben die Strecke eingehend analysiert.

180 Kilometer. 2.400 Höhenmeter. Ein harter Brocken!

Wehe dem, der sich vom türkisen Blau und allzu übertriebenen Bikiniträumen verleiten ließe, den GF Colnago zu unterschätzen – dieses Rennen ist in jeder Hinsicht ein harter Brocken! Schon die Rahmendaten des Rennens sind Ehrfurcht gebietend.

Die Streckenlänge ist mit 180 Kilometern extrem lang. Waren die Rennen des German Cycling Cup im Schnitt 100 bis 120 Kilometer lang, so muss sich das Peloton noch Körner für weitere anstrengende 80 Kilometer aufbewahren. Doch die Distanz allein ist nicht das Entscheidende: Beim GF Colnago St. Tropez gilt es, ganze 2.400 positive Höhenmeter zu absolvieren.

Ein echter Kracher also, den sich die Equipe hier vorgenommen hat.

Die erste Rennphase: Das Feld sortiert sich.

Wenn um acht Uhr das Peloton auf die Reise geschickt wird, werden die Temperaturen hoffentlich schon erträglich sein. Wir erwarten eine hohe Anfangsgeschwindigkeit, denn die ersten Kilometer sind recht flach – je nachdem, von wo der Wind an diesem Tag stehen wird, werden die ersten Gruppen bereits in dieser frühen Phase abreißen lassen müssen.

Es geht entlang der Küstenpromenade nach Norden, ehe das Feld hart links auf Südkurs einschwenken wird. Es geht zunächst nach Ramatuelle, einem kleinen Örtchen im Landesinneren.

Von besonderer Wichtigkeit bei diesem nur 5 Kilometer kurzen und leicht ansteigenden Stück wird sein, wie der Wind steht: Wird er von hinten kommen, darf mit einem kompakten Feld auf Hochgeschwindigkeit gerechnet werden. Kommt er von vorn, werden einige Fahrer die naturgemäß windschattenorientierte Fahrweise des Großteils des Pelotons nutzen, um sich abzusetzen.

Das müssen sie auch, denn in Ramatuelle wartet die erste kleinere Welle. Mit 146 Höhenmetern kein allzu schwerer Brocken, sicher aber für eine erste kleinere Selektion gut – die anschließende Abfahrt hinab ans Meer können die Führenden dann nutzen, um ihren Vorsprung wenn schon nicht auszubauen, so doch wenigstens zu konservieren.

Ob es so klug ist, bei einem solch schweren Rennen gleich zu Beginn die Entscheidung zu suchen, bleibt abzuwarten – aber anders als bei den Profis ist mit einem Feld inhomogener Leistungen zu rechnen. Ganz normal, dass sich hier die Stärkeren schnell von den Schwächeren absetzen.

Hinter Ramateulle wird ein erster, etwas größerer Hügel rechts liegen gelassen und die Abfahrt hinab ans Meer genossen.

Zweite Welle – ruhig bleiben!

Wer die Strecke kennt, der ist klar im Vorteil: Gerade die taktisch fahrenden Teams werden sich nur sparsam an der Führungsarbeit vorn beteiligen – im Gegenteil, es gilt, sich aus dem kräftezehrenden Wind herauszuhalten. Denn wir wissen: Ab Kilometer 33 wartet die erste Berprüfung auf das Feld. Und wer sich hier geschont – aber gleichzeitig in eine gute Position gebracht hat – der wird Akzente setzen können.

Ab Ramtuelle geht es relativ zügig bergab bis fast auf Normalnull – vorher wird noch eine zweite Welle, der Col de Collebasse genommen, bei dem die Fahrer bis auf 131 Meter Höhe über dem Meeresspiegel klettern. Vergleichbar mit der Welle bei Ramatuelle. Doch dann liegt das verführerische Blau des Mittelmeeres vor ihnen: Noch ein mal diesen Blick genießen: Denn für die nächsten 120 Kilometer werdet Ihr nur noch Straßen, Berge und Hinterräder sehen!

Bis hier her sollte das Rennen – zumindest, was die konservativ fahrenden Teilnehmer angeht – keine größeren Schwierigkeiten bereitet haben. Je nachdem, wie der Wind steht und wie stark er dann weht, sollte das Feld bis La Bouillabaisse und wennig später Canadel noch frische Beine haben. Ob die Führenden hier schon bereits im ersten Anstieg stecken?

Erste Härte.

Ist Canadel erreicht, wird das Feld diesen kleinen Ort durchqueren, um unvermittelt scharf rechts abzubiegen: Es geht in den ersten wirklichen Berg des Rennens.

Bis Canadel haben wir knapp 40 Kilometer in den Beinen, das Feld sollte den Fuß des Anstieges gegen 9:20 Uhr erreicht haben.

Gleichzeitig ist dies auch der südlichste Punkt des Kurses – ab hier geht es erst einmal eine ganze Weile nach Norden.

Der Col du Canadel ist kein schwerer Berg – die nicht einmal 6 Kilometer lange Rampe wartet mit im Schnitt 4,3 % Steigung auf – der Maximalgradient knack nicht die 10 %-Marke und liegt im oberen Ende bei 8 %.

Doch Vorsicht! Die eher gemäßigte Schwierigkeit dieses ersten Berges könnte einige Fahrer zu einem Angriff verleiten: Wann, wenn nicht hier? Angriff ist gut – aber nicht vergessen: Vor Euch liegen noch 140 Kilometer und mehr als 2.000 Höhenmeter!

250 Höhenmeter später werden die Fahrer auf dem Gipfel angekommen sein und leicht nach links schwenken: Auf dem Grat des Col geht es nun weiter. Unrhythmisches Auf und Ab folgt. Stetige Tempowechsel, kniffelige Kurven und – je nach Zustand des Straßenbelages – haarsträubende Maneuver gerade in großen Gruppen sind vorauszusehen: Wohl dem, der jetzt in einer überschaubar großen Gruppe fahren kann.

Bis hier her sieht das Streckenprofil noch nicht sehr furchterregend aus, eher das große Weiß der noch kommenden Distanz sollte zu denken geben.

Wie wird das Wetter sein? Das Team SunClass wird in jedem Fall mit zwei großen Trinkflaschen an den Start gehen – und großzügig ausgerüstet sein mit Power-Gels und Riegeln. Alle 40 bis 50 Kilometer ein Gel, das ist die Faustregel, um Unterzuckerung oder den gefürchteten Hungerast zu umgehen.

Die mäßig schnelle Abfahrt vom ach dem Col du Canadel wird abrupt vom Anstieg auf den Col du Babaou unterbrochen: Ab hier geht es wieder nach oben.

Etwa 30 Minuten werden die Schnellsten auf diesen Col benötigen, um die 220 Höhenmeter dieses kleinen Intermezzo-Berges zu erklimmen. Er ist nicht besonders lang, wartet aber mit ein bisschen mehr Biss auf, als der Canadel: Zwischen 5 und 8 % sind die Rampen steil, unterbrochen von einem ebenen Zwischenstück im Mittelteil des Berges.

Es könnte sich hier schon eine erste Entscheidung abzeichnen, denn spätestens am Babaou werden die ersten Rennfahrer merken, ob sie einen guten oder einen schlechten Tag erwischt haben.

Eine längere, recht flotte Abfahrt hinab nach Collorieres sollte für genug Erholung sorgen. Wer mehr braucht, der findet hier in diesem Örtchen bei Kilometer 73 die erste Verpflegungsstation.

Der Königsberg – Notre Dame des Anges.

Auftanken der Flaschen ist Pflicht! Mindestens, denn was nun folgt ist der längste Anstieg zum höchsten Punkt des Rennens. Es wartet der knapp 700 Meter hohe Notre Dame des Anges auf die Teilnehmer.

Es gilt, eine im Schnitt 6 % steile Rampe (und die ist dann so steil, wie der Mont Ventoux im Schnitt – aber nur halb so lang) hinauf zu fahren, um die 570 Höhenmeter zum Königspunkt des Rennens zu überbrücken. Hier wird sich zeigen, wer die ersten 70 Kilometer klug genug gefahren ist, um an diesem Anstieg vielleicht den entscheidenden Angriff zu fahren.

Lars Reisberg hierzu: “Ich denke, am Notre Dame des Anges haben wir die besten Chancen, viele Plätze gut zu machen. Meiner Erfahrung nach sind viele Leute auf dem Rennrad schnell, gerade wenn es eher eben zugeht – aber sehr viel weniger Rennfahrer sind gut im Anstieg. Das merke ich immer wieder, wie leicht man Zeit gutmachen kann, wenn man in der Vertikalen schneller ist, als die anderen.”

Und Zeit gutmachen, das bedeutet auch, Distanz zwischen sich und die anderen Teilnehmer zu bringen: Wer hier einen Abstand herausfahren kann und diesen über die anschließende Abfahrt rettet, der hat das Rennen hier vielleicht in seiner Tasche.

Wer am Berg jedoch überdreht, kann hier auch leicht selbiges verlieren.

Über 10 Kilometer ist die nun folgende Abfahrt vom Notre Dame des Anges lang: Ziel der Equipe muss es sein, bis zum Gipfel zusammen zu bleiben, um möglichst gemeinsam diese zu meistern.

Der Scharfrichter: La Garde Freinet

Zusammenzubleiben wird sich lohnen, denn gemeinsam leidet es sich weniger. Wenn es anschließend wieder bergauf geht, wird die Equipe nicht nur die zweite Verpflegungsstation vor Augen haben, sondern auch die Gewissheit, dass mit oben angekommen mit knapp 100 Kilometern schon mehr als die Hälfte des Rennens gemeistert ist.

Ab Gonfaron geht es nur eine Weile flach zu, ehe die Helden der Landstraße wieder in die Horizontale müssen. Hinauf nach La Garde Freinet – und später auf den Col de Vignon – sind immerhin 300 Höhenmeter zu überbrücken.

Nicht sehr hart, stehen im Schnitt 3 % Anstieg auf den Navigationsgeräten, aber angesichts der Tatsache, dass schon fast 2.000 Höhenmeter geklettert worden sind, schmerzt jeder Weitere umso mehr.

Ob und wie lange die Equipe an der zweiten Verpflegungsstation in Freinet verweilen wird, muss vor Ort entschieden werden – sicher aber ist, dass die Fahrer lieber eine Banane mehr essen und dafür unter Umständen 5 Minuten verlieren, als wenig später vom Hungerast zu kippen.

Schlussspurt.

Wenn die 10 Kilometer Anstieg hinter dem Feld liegen, haben sie es geschafft. Es liegen zwar noch 60 Kilometer vor dem Feld und es gilt, noch 3 weitere Anstiege zu meistern, aber das Gröbste ist überstanden: Wer es bis hier her geschafft hat, der schafft es auch ins Ziel. Nun heißt es Inventur: Wie fit bin ich noch? Was geht noch?

Rückblickend darf den Fahrern hier schon ein wenig die Brust schwellen: Über den Notre Dame des Anges kommend, hat das Feld bei Gonfaron kehrt gemacht und an Les Mayons vorbei den Col de Vignon erklommen. Der anschließende flache Stich nach Vidauban und wieder zurück ins Massif Maures sollte recht leicht fallen: Natürlich nur, wenn der Wind nicht von vorn oder nicht allzu hart bläst.

Zwischen ihnen und den letzten Kilometern liegt nun das Dorf Plan de la Tour, das das Feld auf Südkurs nun in Angriff nehmen wird.

Der Anstieg, der zwischen ihnen und dem kleinen, keine 3.000 Einwohner zählenden Dörfchen mit dem für Rennrad-Fans so wohlklingenden Namen besitzt keine eigene Bezeichnung, sollte aber angesichts des Ehrfurcht gebietenden Anblickes für einiges Staunen und verzogene Münder sorgen – insofern die Fahrer ihre geschundenen Nacken überhaupt noch soweit belasten können, um die Köpfe in die Himmel zu recken.

La Bastite Rouge heißt die kleine Ortschaft, die rechts liegen gelassen wird, wenn es in den drittletzten Anstieg geht. Wie gut das Team jetzt noch treten kann, wird maßgeblich davon abhängen, wie gut sie die harten ersten Anstiege verkraftet haben, wie gut sie auf genügend Flüssigkeits- und Nahrungszufuhr geachtet haben und vor allem, wie das Wetter sein wird.

Verglichen mit den Anstiegen, die schon hinter der Equipe liegen, sollte es hinauf nach La Plan du Tour dennoch, bei aller Müdigkeit nach immerhin fast 160 Kilometern recht schnell gehen.

Florian Ernst, der dritte Starter für die Equipe SunClass, fasst es so zusammen: “Ich weiß ehrlich nicht, wie wir – und insbesondere ich – dieses Rennen meistern werden. Nicht, dass ich nicht schon 180 Kilometer lange Etappen gefahren wäre – und auch die 2.400 Höhenmeter sind schaffbar, das weiß ich. Die Herausforderung dieses Rennens sehe ich in der Kombination aus Beidem. Und natürlich dem Fakt, dass es noch verdammt früh ist in der Saison und sich die Trainingskilometer, die ich schon abspulen konnte, eher bescheiden ausnehmen. Aber – umso stärker wird unser Wille sein. Wir rocken das Ding, Versprochen!”

Die letzten Kilometer.

Hinter La Plan du Tour geht es nun auf den Col du Reverdi hinauf, der vorletzte Anstieg. Der Name klingt heftiger, als die Rampe am Ende ist: 5 Kilometer lang, im Schnitt 3 bis 4 % steiil mit einer Maximalsteigung von 7 %. Keine unlösbare Aufgabe. Hier heißt es nun, konservierend zu fahren. Angriffe oder allzu überhastete Aktionen sind nun in dieser fortgeschrittenen Phase des Rennens nicht mehr zu erwarten: Alle wollen nur noch eines.

Ankommen.

Auf dem Reverdi angekommen, kann man sowohl das Ziel, als auch Saint Tropez sehen: Zum ersten Mal seit dem das Feld in Canadel den ersten richtigen Anstieg in Angriff genommen hat, sehen die Fahrer nun das Azurblau des Meeres. Motivation genugl, die nun folgende Abfahrt und die anschließende Flachpassage nach Gassin, den Zielort auch noch zu meistern.

Ob sich auflandiger Wind in den Bergtälern kanalisiert kann jetzt noch nicht gesagt werden – wenn den Fahrern hier allerdings Gegenwind in die Helme fährt, können diese letzten 10 Kilometer zur Qual werden.

Nun heißt es Beißen, denn der Gran Fondo Colnago Saint Tropez wartet mit einer klassischen Bergankunft auf: Die letzte Prüfung der mit Sicherheit arg geschundenen Fahrer an diesem Tage. Zwar ist der Anstieg weder besonders lang oder steil, aber die Serpentinen, die einen immer wieder vom Ziel wegführen, ehe sie, Nähe vortäuschen, sich erneut von der erlösenden Ziellinie wegdrehen, werden für letzte frustige Momente im Feld führen.

Oben angekommen endet der GF Colnago. Hinter den Fahrern liegen 180 Kilometer und 2.400 Höhenmeter. Hut ab vor jedem, der diese Prüfung so früh in der Saison meistert!

Zusammenfassend

Wie in jedem Radrennen mit großer Distanz, wird dies ein Rennen des Willens sein. Sicher nicht mit einer Leggendaria oder einem Dreiländergiro (die später noch auf dem Programm der Equipe stehen) zu vergleichen, wartet dieses Rennen dennoch mit einem sehr unrhythmischen – und daher extrem kräftezehrenden Profil auf.

Die vielen kleinen Stiche werden manche zu Angriffen verleiten, die sie unter Umständen im Laufe der Distanz bereuen werden. Allzu hohe Anfangsspeed wird sich spätestens am Notre Dame des Anges rächen, hier sehen wir auch den entscheidenden Punkt des Rennens. Bis hier her werden Plättze gut gemacht – nach dem Königsanstieg ist mit einem sehr zerrissenen Feld zu rechnen.

Die drei letzten Wellen werden diejenigen belohnen, die auf genügen Flüssigkeitszufuhr und Nahrungsaufnahme geachtet haben, denn schon ein wenig Restkörner können einen Rennfahrer jetzt, so kurz vor Schluss, noch einmal befähigen, eine Schippe draufzulegen – und wenn es nur der eine, kleine km/h mehr ist.

Entscheidend für die Teamtaktik werden auch Wind und Wetter sein – eine (noch) große Unbekannte in der Teamvorbereitung.

“Zum Glück ist es jetzt in Hamburg sehr windig”, bringt es Lars auf den Punkt: “So können wir noch einmal das frustrierende, Kräfte raubende Fahren im Gegenwind trainieren.”

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Equipe SunClass bei diesem ersten Rennen der Saison schlägt. Wunder sind sicherlich nicht zu erwarten. “Mich interessiert vor allem, wie ich den Sprung von 0 auf 120 % Leistung so früh in der Saison verkrafte”, sagt Florian und deutet auf ein noch recht wohlig geformtes Bäuchlein.

Heiko beschäftigt eine globalere Frage: “Der Gran Fondo Colnago Saint Tropez ist ein Qualifikationsrennen der offiziellen UCI Jedermann- und Amateurweltmeisterschaft. Die besten 25 % der Altersklasse bekommen die Starterlaubnis für die WM in Südafrika.” Es glänzen seine Augen. “Wie gut werden wir sein? Wie stark sind die anderen Teilnehmer?”

All das sind Fragen, die am 15. April beantwortet sein werden.

Wir wünschen Euch eine gute, sichere Fahrt und eine tolle Platzierung!

 

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Ja, stimmt, wir wollten Euch eigentlich die rennradlose Wintersaison mit unserer spannenden Dokumentation über den Einsatz von Heiko und Lars bei “Rad am Ring” – den 24 Stunden in der Grünen Hölle der Eiffel  -versüßen. Aber einen Film zu schneiden, der aus 15 Stunden Rohmaterial, 4 Stunden Interviews und knapp 2 Stunden szenischem Material besteht, ist nun einmal etwas ganz anderes, als einen Rennbericht zu verfassen.

Aber das Warten hat sich gelohnt: Zumindest der Trailer ist schon einmal fertig:

 

 

Timo ist schon fleißig dabei, den kompletten Film zu schneiden und wir hoffen, diesen Euch dann im Laufe des Frühjahrs präsentieren zu können. Und dann ist es vielleicht auch gar nicht so schlimm, dass Ihr so lange warten musstet, denn so könnt Ihr Euch vom harten Renneinsatz auf der Norschleife zünftig inspirieren lassen, auf Eure Rennräder springen und die ersten Frühlingsrennen und -RTFs genießen.

Wer sich für den Rennbericht des 24-Stunden-Rennens interessiert, finden den hier: Zum Rennbericht Rad am Ring

 

 

 

 

Wie findet Ihr den Trailer? Wir freuen uns auf Eure Kommentare.

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Unser Team war geschockt, als wir im Sommer des vergangenen Jahres vom schweren Unfall unseres Teammitgliedes Swantje hören mussten. Schwere Klöße und flaues Gefühl im Bauch, als wir sie im Krankenhaus besucht haben. Und wie groß die Erleichterung, als sie uns mitteilen konnte, dass sie wieder genesen wird.

Wir haben Swantje Anfang des Jahres zu einem Interview getroffen.

SunClass Cycling: Liebe Swantje. Erst einmal freuen wir uns, dass Du wieder auf dem Damm bist – und 2012 wieder für die Equipe antreten kannst. Wie fit fühlst Du Dich denn?

Swantje: Nachdem mein Unfall jetzt schon etwa ein halbes Jahr zurückliegt, fühle ich mich wieder richtig gut. Ich stecke bereits voll in der Saisonvorbereitung, habe meine Grundlagenausdauer bereits gut entwickelt und freue mich aufs Trainingslager im März. Kurz: Ich fühl mich fit und freue mich schon riesig auf die neue Saison mit dem Sunclass-Team – vor allem der Dreiländergiro und das 24-Stunden-Rennen am Nürburgring werden meine persönlichen Highlights 2012!

SunClass Cycling: Ohne allzu sehr ins Detail zu gehen – was genau ist bei Deinem Unfall denn passiert?

Swantje: Ich bin beim Radtraining in einer kleinen Gruppe in einer eigentlich überschaubaren Verkehrssituationvon einem Autofahrer angefahren worden, der mich aus Unaufmerksamkeit übersehen hat. Dabei habe ich mir das Rückgrat gebrochen. Ich hatte verdammt viel Glück, dass das Rückenmark nicht verletzt worden ist. In zwei OPs gab es dann einige Schrauben in den Rücken und eine Wirbelprothese aus Titan. Nach gut zwei Wochen im Krankenhaus und vielen Stunden Krankengymnastik war ich dann im September wieder in der Lage, zu laufen und mich weitgehend normal zu bewegen. Ein paar Wochen später habe ich vorsichtig angefangen, wieder Rad zu fahren, aber erstmal nur Trekkingrad. Mittlerweile kann ich aber wieder fast alles machen, was ich vorher auch konnte. Rennrad mit der gestreckteren Sitzposition und der geringen Federung geht zum Glück mittlerweile auch wieder.

SunClass Cycling: Wie fühlst Du dich, wenn Du an Rennsport, Rennen und das Risiko, das immer mitfährt, denkst?

Swantje: Also, ich bin schon wirklich weniger unbefangen als zuvor.  Aber eigentlich versuche ich, nicht so viel darüber nachzudenken.  Leider schlägt mein Herz halt nicht für Ballett sondern für den Radsport. (Sie lacht) Zum Glück bin ich auch ein bisschen abergläubisch und denke, so viel Pech hat man nur einmal im Leben!

SunClass Cycling: Hat sich Deine Einstellung zum Rennrad-Sport seit dem Unfall verändert? Deine Fahrweise oder Deine Art, diesen Sport auszuleben?

Swantje: Ich war schon immer eine sehr umsichtige Fahrerin, bin selten größere Risiken eingegangen. Und tatsächlich fahre jetzt nach dem Unfall noch vorsichtiger als zuvor. Wenn ich in Gruppen unterwegs bin, dann  nur noch mit Sportlern, die ich kenne. Und ich fahre auch keine Straßenrennen mehr -  die Sturzgefahr in den großen, nervösen Pulks ist mir viel zu hoch. Ihr habt ja selbst im letzten Jahr auch immer wieder von vielen Stürzen im German Cycling Cup berichtet. Andererseits fühle ich mich auf dem Rad nach wie vor total wohl und bin bei meinen normalen Trainingsfahrten auch nicht ängstlich. Es ist schwer zu beschreiben.

SunClass Cycling: Wie trainiert man sich – körperlich wie psychisch – nach einem solch schweren Unfall wieder auf ein möglichst hohes Leistungsniveau?

Swantje: Zunächst habe ich total früh schon wieder angefangen, mich zu bewegen und immer das getan, was gerade ging – körperlich und vom Kopf her. Anfangs hieß das dann viel zu schwimmen oder kurze Einheiten auf dem Ergomether abzuarbeiten. Aber nach einiger Zeit konnte ich dann schon wieder aufs Spinningrad umsteigen, bald auch schon wieder mit dem Trekkingrad – wegen der besseren Federung und der gemäßigten Sitzposition – draußen fahren. Außerdem habe ich von Anfang an regelmäßiges Krafttraining gemacht, vor allem natürlich zur Stärkung des Rückens. Zunächst ohne Gewichte, mittlerweile mit. Ich setze das Krafttraining auch weiterhin fort, schließlich will ich im Juni möglichst locker die Anstiege hochkommen! (Swantje fährt den Dreiländergiro für die Equipe SunCLass mit) Zurzeit trainiere ich, wie es der Jahrszeit entspricht, vor allem meine Grundlagenausdauer und achte auf hohe Trittfrequenzen, auch gemäßigte Kraftausdauerintervalle stehen schon auf dem Programm. Hier hilft mir mein Trainer sehr. Insgesamt arbeite ich gerade am Fundament für die kommende Saison, und das Training läuft sehr gut. Ich bin optimistisch, dass ich trotz der langen Pause 2012 wieder an meine gute Form aus dem letzten Jahr anknüpfen kann.

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