Nach dem Sturz – Swantje is back on track!
Unser Team war geschockt, als wir im Sommer des vergangenen Jahres vom schweren Unfall unseres Teammitgliedes Swantje hören mussten. Schwere Klöße und flaues Gefühl im Bauch, als wir sie im Krankenhaus besucht haben. Und wie groß die Erleichterung, als sie uns mitteilen konnte, dass sie wieder genesen wird.
Wir haben Swantje Anfang des Jahres zu einem Interview getroffen.
SunClass Cycling: Liebe Swantje. Erst einmal freuen wir uns, dass Du wieder auf dem Damm bist – und 2012 wieder für die Equipe antreten kannst. Wie fit fühlst Du Dich denn?
Swantje: Nachdem mein Unfall jetzt schon etwa ein halbes Jahr zurückliegt, fühle ich mich wieder richtig gut. Ich stecke bereits voll in der Saisonvorbereitung, habe meine Grundlagenausdauer bereits gut entwickelt und freue mich aufs Trainingslager im März. Kurz: Ich fühl mich fit und freue mich schon riesig auf die neue Saison mit dem Sunclass-Team – vor allem der Dreiländergiro und das 24-Stunden-Rennen am Nürburgring werden meine persönlichen Highlights 2012!
SunClass Cycling: Ohne allzu sehr ins Detail zu gehen – was genau ist bei Deinem Unfall denn passiert?
Swantje: Ich bin beim Radtraining in einer kleinen Gruppe in einer eigentlich überschaubaren Verkehrssituationvon einem Autofahrer angefahren worden, der mich aus Unaufmerksamkeit übersehen hat. Dabei habe ich mir das Rückgrat gebrochen. Ich hatte verdammt viel Glück, dass das Rückenmark nicht verletzt worden ist. In zwei OPs gab es dann einige Schrauben in den Rücken und eine Wirbelprothese aus Titan. Nach gut zwei Wochen im Krankenhaus und vielen Stunden Krankengymnastik war ich dann im September wieder in der Lage, zu laufen und mich weitgehend normal zu bewegen. Ein paar Wochen später habe ich vorsichtig angefangen, wieder Rad zu fahren, aber erstmal nur Trekkingrad. Mittlerweile kann ich aber wieder fast alles machen, was ich vorher auch konnte. Rennrad mit der gestreckteren Sitzposition und der geringen Federung geht zum Glück mittlerweile auch wieder.
SunClass Cycling: Wie fühlst Du dich, wenn Du an Rennsport, Rennen und das Risiko, das immer mitfährt, denkst?
Swantje: Also, ich bin schon wirklich weniger unbefangen als zuvor. Aber eigentlich versuche ich, nicht so viel darüber nachzudenken. Leider schlägt mein Herz halt nicht für Ballett sondern für den Radsport. (Sie lacht) Zum Glück bin ich auch ein bisschen abergläubisch und denke, so viel Pech hat man nur einmal im Leben!
SunClass Cycling: Hat sich Deine Einstellung zum Rennrad-Sport seit dem Unfall verändert? Deine Fahrweise oder Deine Art, diesen Sport auszuleben?
Swantje: Ich war schon immer eine sehr umsichtige Fahrerin, bin selten größere Risiken eingegangen. Und tatsächlich fahre jetzt nach dem Unfall noch vorsichtiger als zuvor. Wenn ich in Gruppen unterwegs bin, dann nur noch mit Sportlern, die ich kenne. Und ich fahre auch keine Straßenrennen mehr - die Sturzgefahr in den großen, nervösen Pulks ist mir viel zu hoch. Ihr habt ja selbst im letzten Jahr auch immer wieder von vielen Stürzen im German Cycling Cup berichtet. Andererseits fühle ich mich auf dem Rad nach wie vor total wohl und bin bei meinen normalen Trainingsfahrten auch nicht ängstlich. Es ist schwer zu beschreiben.
SunClass Cycling: Wie trainiert man sich – körperlich wie psychisch – nach einem solch schweren Unfall wieder auf ein möglichst hohes Leistungsniveau?
Swantje: Zunächst habe ich total früh schon wieder angefangen, mich zu bewegen und immer das getan, was gerade ging – körperlich und vom Kopf her. Anfangs hieß das dann viel zu schwimmen oder kurze Einheiten auf dem Ergomether abzuarbeiten. Aber nach einiger Zeit konnte ich dann schon wieder aufs Spinningrad umsteigen, bald auch schon wieder mit dem Trekkingrad – wegen der besseren Federung und der gemäßigten Sitzposition – draußen fahren. Außerdem habe ich von Anfang an regelmäßiges Krafttraining gemacht, vor allem natürlich zur Stärkung des Rückens. Zunächst ohne Gewichte, mittlerweile mit. Ich setze das Krafttraining auch weiterhin fort, schließlich will ich im Juni möglichst locker die Anstiege hochkommen! (Swantje fährt den Dreiländergiro für die Equipe SunCLass mit) Zurzeit trainiere ich, wie es der Jahrszeit entspricht, vor allem meine Grundlagenausdauer und achte auf hohe Trittfrequenzen, auch gemäßigte Kraftausdauerintervalle stehen schon auf dem Programm. Hier hilft mir mein Trainer sehr. Insgesamt arbeite ich gerade am Fundament für die kommende Saison, und das Training läuft sehr gut. Ich bin optimistisch, dass ich trotz der langen Pause 2012 wieder an meine gute Form aus dem letzten Jahr anknüpfen kann.












